Dermatologie & Allergologie
Kollagenosen II (Hautmanifestationen): Diagnose
Lupus erythematodes
kutane Formen: akut kutaner LE (ACLE), subakut kutaner LE (SCLE), chronisch kutaner LE (CCLE)
Definition
Autoimmunerkrankung; häufiger bei Frauen (2:1); Erkrankungsgipfel im 4. Lebensjahrzehnt; Auslösung manchmal durch exogene (UV-Licht) und endogene (Gravidität) Reize, genetische Disposition.


Prädilektionsstellen
Gesicht, Ohren, behaarter Kopf, Handrücken, Stamm, dem Licht exponierte Hautareale
Symptome
ACLE: Schmetterlingserythem im Gesicht, makulopapulöser Ausschlag am Stamm
SCLE: meist am Stamm randbetonte erythematöse schuppende Plaques
CCLE: meist scheibenförmige erythematokeratotische Herde mit peripherer Rötung und zentraler Atrophie (am behaarten Kopf mit Alopezie)
Diagnostik
Labor
Pathologischer Ausfall einzelner Laboruntersuchungen (antinukleäre Faktoren, ENA [anti-Ro, La], anti dsDNA AK, Hypergammaglobulinämie)
Histologie
Meist typische Histologie und Immunfluoreszenz. Evtl. Lupusbandtest (Immunfluoreszenz von unbefallener, unbelichteter Haut) bei Systembeteiligung
Differentialdiagnose
- arzneimittelinduzierter Lupus erythematodes: z.B. Hydralazin, Procainamid
- Pseudo-Lupus erythematodes-Syndrom: z.B. Phenopyrazon; „Polymorphous light eruption“ (PLE), Rosazea u.a.
Verlauf
- meist chronisch-progredient, auch schubartig, lichtinduziert
- gelegentlich Stillstand der Erkrankung
- Übergang in systemische Form (SLE) mit Organbeteiligung (Niere, Lunge, ZNS) möglich
Prognose
abhängig von Organmitbeteiligung
Sklerodermie, zirkumskripte (Morphaea)
Definition
Autoimmunerkrankung des Gefäß- und Bindegewebssystems; zirkumskripte (= streng lokalisierte) Sklerodermie; häufiger bei Frauen (3:1); Erkrankungsgipfel im 3.und 4. Lebensjahrzehnt, keine systemische Organbeteiligung.

Prädilektionsstellen
Gesicht (selten evtl. säbelhiebartig, unter dem Bild der Hemiatrophia faciei), Extremitäten (häufig bandartig), Rumpf (häufig plattenartig)
Symptome
- meist einzelne plattenartige, seltener bandförmige oder kleinfleckige Hautveränderungen von Elfenbeinfarbe, umgeben von lilafarbenem Erythem; selten zahlreiche disseminierte Herde
- gelegentlich klinisch wenig auffällige Muskel- und Knochenveränderungen
Verlauf
nach einigen Jahren meist Spontanremissionen, z.T. mit Übergang in Atrophie und Pigmentierung
Sklerodermie (systemische Form)
Definition
Autoimmunerkrankung des Gefäß- und Bindegewebssystems von Haut und inneren Organen. 2 Formen: Limitierte systemische Sklerose (inkl. CREST), diffuse systemische Sklerose
- häufig Beginn als Raynaud-Syndrom mit nachfolgender Akrosklerose und weiterer Ausdehnung
- Akrosklerose: Rattenbissnekrosen, Mutilation, Superinfektionen
- flächenhafte Verhärtung der Gesichtshaut (Amimie, Mikrostomie)
- flächenhafte Verhärtung der Haut (gelegentlich auch der Körperfaszie) an Stamm und Extremitäten mit möglichen Bewegungseinschränkungen
- sichtbare Mundschleimhautveränderungen (Zungenbandsklerose, sklerotisch-atrophische Schleimhautherde)
- Hautherde häufig kombiniert mit Teleangiektasien
- Verkalkung im Bereich von Sklerodermieherden möglich
- Kalzinose - Raynaud-Sklerodaktylie - Teleangiektasie = CRST; bei Ösophagus-Mitbeteiligung = CREST, Nierenbeteiligung und Beteiligung der Lunge (Alveolitis, pulmonal arterielle Hypertonie) möglich
Verlauf
in der Regel chronisch-progredient; bei Akrosklerose langsamer Verlauf oder Stillstand möglich; bei diffuser Form (Stammbeginn) schnelle Progredienz, schlechte Prognose
Differentialdiagnose
Sogenannte Mischkollagenerkrankung (mixed connective tissue disease) mit sklerodermieartigen Hautveränderungen, Polymyositis und speziellen immunologischen Befunden
Letztes Update:27 Februar, 2009 - 09:01








